Anschlusstechnik

Schraubst Du noch – oder steckst Du schon?

26. September 2017, 9:40 Uhr | Matthias Schröder, Phoenix Contact GmbH & Co. KG
Batteriespeicher
© Phoenix Contact

Wer beim Trendthema Energiespeicher die Kosten im Blick behalten will, darf die Anschlusstechnik nicht außer Acht lassen. Angesichts des Wildwuchses dort ist das gar nicht so leicht.

Die Prognosen für den Ausbau von Energiespeichern sehen rosig aus. Für die nächsten Jahre werden hohe zweistellige Wachstumsraten vorausgesagt. Die Speicherung macht erneuerbare Energien attraktiver – sowohl monetär wie auch im Hinblick auf den Grad der Autarkie. Endlich ist es möglich, die gewonnene Energie über den Tag verteilt selbst zu nutzen.

Derzeit gibt es zahlreiche Anbieter von Speichersystemen mit Lösungen für Heim-, Industrie- und Großspeicher. Da für Batteriespeicher bislang jedoch noch keine Standards existieren, herrscht auch beim Thema Anschlusstechnik reichlich Wildwuchs am Markt.

Anschlusstechnik – die große Unbekannte

Grundsätzlich unterscheidet man bei der Anschlusstechnik zwischen zwei Verfahren: der frontseitigen und der rückseitigen Verkabelung. Bei der frontseitigen Verkabelung werden die Leistungs- und Datenübertragungskontakte von vorne angeschlossen. Vorteil ist die Zugänglichkeit der Anschlüsse, was verschiedene Anschlussart zulässt. Da auch bei Energiespeichern der Preisdruck hoch ist, wird auf jeden Cent geachtet. So kommt es häufig vor, dass sehr einfache Anschlusstechnik – wie etwa Kabelschuhe – verwendet wird, um die Batteriepole kostengünstig anzuschließen. Die dabei oft außer Acht gelassenen Installations- und Wartungskosten führen jedoch zu höheren Kosten beim Betrieb der Anlage – und schmälern die Rendite. Werden die Endkunden nicht vorab darüber aufgeklärt, kann der Speicherhersteller leicht Reputation verlieren.

Bei der rückseitigen Verkabelung muss das sogenannte Rack – also das Gerüst, in das die Speichermodule geschoben werden – dahin gehend vorbereitet werden, dass der Stecker bereits vormontiert und angeschlossen wird. Sobald das geschehen ist, können die Module einfach installiert, gewartet oder ausgetauscht werden. Sie lassen sich bequem von vorne in das Rack einschieben und kontaktieren dabei von selbst. Das Verfahren senkt nicht nur Installations- und Wartungskosten, sondern auch die Fehlerwahrscheinlichkeit bei der Verdrahtung.

Obwohl sich die Anforderungen von denen an Standardartikel unterscheiden, gibt es auf dem Markt nur wenig spezifische Anschlusstechnik für Speichersysteme. Hersteller und Integratoren sind gezwungen, sich an bereits bestehenden Produkten aus anderen Anwendungen zu bedienen. So kommen nicht selten DC-Steckverbinder aus der Photovoltaik zum Einsatz. Da insbesondere an Lithium-Ionen-Batterien Anforderungen gestellt werden, die auch die Anschlusstechnik betreffen, sind Hersteller von elektrischer Verbindungstechnik gefragt, ihre Produkte den neuen Herausforderungen und Richtlinien anzupassen.

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