Power2Drive Europe

Innovationen für Ladeinfrastruktur und Elektromobilität

19. Juni 2018, 8:00 Uhr | Cornelia Meier
Keyvisual der Power2Drive Europe 2018
© Solar Promotion GmbH

Von 20. bis 22. Juni 2018 präsentieren Aussteller aus aller Welt auf der »Power2Drive Europe« in München neuartige Ladelösungen und Technologien für die Elektromobilität.

Die Automobilindustrie ist im Umbruch: Elektrische Fahrzeuge werden immer attraktiver. Laut einer Studie der Technischen Universität München könnten bis 2030 allein in Deutschland rund acht Millionen Elektrofahrzeuge unterwegs sein. Voraussetzung dafür sind jedoch ausreichend verfügbare Lade- und Schnellladestationen. Bis 2030 prognostiziert die Studie für Deutschland eine Anzahl von etwa 4,7 Millionen, darunter 200.000 Schnellladestationen und 2,5 Millionen an privaten Standorten. Das bedeutet enormes Wachstum: Denn im September 2017 standen nur 4.730 öffentliche Stationen zur Verfügung.

Entscheidend für den Erfolg aktueller und künftiger elektromobiler Lösungen sind Schnellladestationen. Sie machen auch lange Fahrten entlang von Autobahnen möglich, da sie in der Lage sind, innerhalb von 20 Minuten 80 Prozent der Batteriekapazität aufzuladen. Man setzt die Grenze bei vier Fünftel der Kapazität, weil die restlichen 20 Prozent deutlich länger dauern würden, da sie nicht mit so hoher Leistung geladen werden können.

 

Schnellladestationen im Fokus

Deshalb arbeiten viele Hersteller an Lösungen für das Laden mit hohen Leistungen bis zu 350 kW, dem sogenannten »High Power Charging« (HPC). Das ist die dreifache Leistung, die Tesla derzeit bei seinem »Super Charger« mit 120 kW verwendet. Im Fokus des HPC stehen auch höhere elektrische Spannungen. Künftige Systeme werden statt 230 V oder 400 V sogar 800 V verwenden. Das verkürzt die Ladezeit und reduziert die benötigten Kabelquerschnitte – und damit auch das Gewicht der im Auto verbauten Komponenten.

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Produktbild: Schnellladestation E-Charger 600 von Enercon
Die Schnellladestation »E-Charger 600« von Enercon ist modular aufgebaut.
© Enercon GmbH

Auch Porsche Engineering hält die 800-V-Ladesysteme für eine Kerntechnologie, damit Elektroautos den Durchbruch schaffen. Der Autobauer hat deshalb zusammen mit Ads-tec, einem Anbieter von Batterie- und Speichertechnologien, ein Schnellladesystem mit 320 kW Gleichstrom entwickelt. Es misst 1,20 m Kantenlänge und versorgt E-Fahrzeuge mit Spannungen zwischen 400 bis 920 V. Während Porsche Engineering bei der Power2Drive Europe (Stand C1.631) als Aussteller präsent ist, kann der Batterie-Partner Ads-tec auf der parallel stattfindenden ees Europe auf dem Messestand B1.230 besucht werden.

Als weiteres Beispiel stellt der Windturbinenhersteller Enercon (Stand C1.751) die neue Schnellladestation »E-Charger 600« vor. An bis zu vier Ladesäulen kann mit je 350 kW Leistung geladen werden. Die Station ist modular aufgebaut und kann in 60-kW-Schritten erweitert werden. Enercon will also künftig nicht nur Windturbinen herstellen, sondern auch den gewonnenen Strom über eigene Ladestationen vermarkten.

Einen High Power Charger baut auch das 2013 in Tel Aviv gegründete Unternehmen Chakratec (Stand C1.660). Es stellt den sogenannten kinetischen Power Booster vor, der nach dem Schwungradkonzept funktioniert. Die kinetischen Batterien bieten eine fast unbegrenzte Anzahl von tiefen Lade- und Entladungszyklen und hohen Lade- und Entladestärken (C-Raten), um schnelle Leistung abzurufen. Der kinetische Power Booster ist ebenfalls modular aufgebaut.

 


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