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INEES ist Leuchtturmprojekt der Elektromobilität

31. Mai 2013, 11:17 Uhr | Thomas Jungmann
Blick in den Innenraum des e-up! Das Batteriesystem sitzt im Unterboden zwischen den Achsen.
Blick in den Innenraum des e-up! Das Batteriesystem sitzt im Unterboden zwischen den Achsen.
© Volkswagen

Die Bundesregierung hat in dieser Woche das Forschungsvorhaben INEES (Intelligente Netzanbindung von Elektrofahrzeugen zur Erbringung von Systemdienstleistungen)

zum Leuchtturmprojekt der Elektromobilität erklärt. Das Projekt zielt auf die intelligente Einbindung von Elektromobilen in den Strommarkt. Geplant ist u. a. ein Flottenversuch zur Erbringung von Systemdienstleistungen für den Strommarkt (Angebot von Regelenergie) – mit gepoolten Elektrofahrzeugen und Be- und Entladestation für Auto-Batterien (bidirektionale DC-Wallbox). In dem Projekt wird begleitend untersucht, welche Auswirkungen derartige Energiedienstleistungen auf die Fahrzeugbatterie und ihre Lebensdauer haben.

INEES ist auf drei Jahre angelegt und wird von der Volkswagen Konzernforschung koordiniert. Weitere Partner sind das Fraunhofer IWES, die LichtBlick SE und die SMA Solar Technology AG. Als großes Potenzial sehen alle Beteiligten, dass die Einbindung der Elektrofahrzeuge in den Strommarkt zukünftig für Fahrzeugbesitzer finanziell attraktiv sein wird. Denn die Energiedienstleistung, die ein Elektrofahrzeug während seiner Standzeit in der Garage durch eine intelligente Batteriesteuerung erbringen kann, ist bares Geld wert.

Gemeinsam – als Bestandteil des so genannten Schwarmstromkonzepts – würden die Akkumulatoren von Elektrofahrzeugen einen verbrauchsnahen Stromspeicher signifikanter Größe bilden, der die schwankende Produktion von Wind- und Sonnenenergie ausgleichen und dadurch das Stromnetz stabilisieren kann. Schwarmstrom bedeutet, dass in möglichst vielen Häusern möglichst viele kleine Kraftwerke arbeiten, die gleichzeitig Strom und Wärme produzieren. Die vielen »Mini-Kraftwerke« müssen dabei von einer Zentrale aus gesteuert werden. 50.000 solcher zusammengeschalteten Anlagen ersetzten dann ein durchschnittliches Atomkraftwerk. Die Batterien in Elektroautos könnten zukünftig, während sie an Ladestationen gekoppelt sind, bei Bedarf flexible Regelenergie zurück ins Stromnetz liefern. Dadurch können die Netze bei einer kurzfristigen Differenz zwischen Stromerzeugung und -nachfrage stabilisiert werden.

Kern des Forschungsprojekts INEES ist ein zweiteiliger Feldversuch, der in 2014 in Berlin durchgeführt wird. Zwanzig Teilnehmer testen je ein halbes Jahr mit einem Volkswagen e-up!, wie sich ihr persönliches Fahrverhalten und die Anforderungen des Strommarktes miteinander verbinden lassen. Die Flottenfahrzeuge werden dafür von Volkswagen prototypisch ertüchtigt, bei Bedarf Strom ins Netz zurück zu speisen. Mit einer Smartphone App von VW können die Teilnehmer ihre Fahrzeuge während der Standzeit für Lade- und Entladevorgänge im Stromnetz freischalten und den benötigten Batterieladestand für die nächste Fahrt auf eine bestimmte Uhrzeit festlegen. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass die Batterie auch dann ausreichend Fahrstrom vorhält, wenn zuvor Elektrizität in das Netz eingespeist wurde.

Den Teilnehmern wird jeweils eine Ladestation an ihrem Wohn- und Arbeitsort zur Verfügung gestellt. Diese neuartige Ladestation, die bidirektionale Ladevorgänge ermöglicht, wird von der SMA Solar Technology AG entwickelt und ist für den Einsatz im Haushalt ausgelegt. Der Energieanbieter LichtBlick bindet die Elektrofahrzeuge über seine Steuerungssoftware »SchwarmDirigent« in den Energiemarkt ein. Mit dieser Software vernetzt LichtBlick im Rahmen seines SchwarmStrom-Projekts bereits erfolgreich dezentrale »ZuhauseKraftwerke« von Volkswagen. Das Fraunhofer IWES begleitet das Projekt und untersucht mittels Simulationen die Auswirkungen der intelligenten Einbindung von Elektrofahrzeugen auf das Stromnetz.


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