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Der Stecker macht’s bei E-Mobilität

13. Mai 2013, 11:28 Uhr | Burkhard Rarbach
Anwendungen im privaten und halb-öffentlichen Bereich: 1 = Ein-|Mehrfamilienhäuser, 2 = Autohäuser mit Werkstatt, 3 = Hotels, 4 = Banken|Versicherungen, 5 = Einkaufszentren, 6 = Möbelhäuser, 7 = Restaurants|Gastronomie, 8 = Industrie|produzierendes G
Anwendungen im privaten und halb-öffentlichen Bereich: 1 = Ein-|Mehrfamilienhäuser, 2 = Autohäuser mit Werkstatt, 3 = Hotels, 4 = Banken|Versicherungen, 5 = Einkaufszentren, 6 = Möbelhäuser, 7 = Restaurants|Gastronomie, 8 = Industrie|produzierendes Gewerbe und im öffentlichen Bereich: 9 = öffentliche Straßen, 10 = Bahnhöfe, 11 = Flughäfen
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Die Elektromobilität kommt. Und sie bringt Veränderungen.

Denn mit einem Elektrofahrzeug muss niemand mehr zur Tankstelle fahren. Es wird einfach dort aufgeladen, wo es geparkt wird: in der heimischen Garage genauso wie in Parkhäusern oder auf Parkplätzen. Alle verschiedenen Ladeorte stellen unterschiedliche Anforderungen an die Technik. Die Einsatzbereiche von Ladestationen lassen sich dabei in zwei Bereiche aufteilen: den privaten und halb-öffentlichen sowie den öffentlichen Bereich.

Zu den Ladestationen im privaten und halb-öffentlichen Bereich gehören alle Stationen, die an das lokale Netz  angeschlossen werden. Im privaten Bereich wären das Ladestationen in Garagen und Carports. Im halb-öffentlichen Bereich dagegen Ladesäulen und Wand-Ladestationen, die auf Parkplätzen sowie in Tiefgaragen von Hotels, Einkaufszentren oder auf Firmenpark-plätzen errichtet sind.

Ladestationen für den privaten und halb-öffentlichen Bereich werden über den Elektrofachgroßhandel und das Elektrohandwerk vermarktet. Sie sind in der Regel anschlussfertig verdrahtet und nach Installation und Inbetriebnahme durch den Elektrofachmann sofort betriebsbereit. Ladestationen für den öffentlichen Bereich werden hingegen überwiegend von Energieversorgern und Netzbetreibern errichtet.

Die überwiegende Anzahl der Ladestationen wird jedoch künftig eher im privaten sowie halb-öffentlichen Bereich errichtet werden. Dem E-Handwerk erschließt  sich hier ein äußerst attraktiver Zukunftsmarkt, eine Zielgruppen, die das Handwerk jetzt schon bedient.

Europaweite Standardisierung
Die Ende 2011 veröffentlichte internationale Norm IEC 62196-2 für Ladesteckvorrichtungen beschreibt drei Varianten, die jedoch untereinander nicht kompatibel sind. Grundsätzlich erfüllen alle drei die hohen Sicherheitsanforderungen für den Verbraucher. Für den europäischen Markt kommen jedoch aufgrund der dreiphasigen Netze für die Ladeinfrastruktur nur Typ 2 und 3 in Frage.

Die in der ACEA organisierten europäischen Fahrzeughersteller, Energieerzeuger und Netzbetreiber haben bereits im Vorfeld die Ladesteckvorrichtung Typ 2 favorisiert. Darüber hinaus haben BdEW, VDA, VDE und ZVEI die drei international möglichen Lösungen für Ladesteckvorrichtungen miteinander verglichen. Das Ergebnis: Typ 2 ist die einzige geeignete Lösung für Europa. Deshalb haben sie diesen als europäischen Standard empfohlen.

Aufgrund lokaler Installationsgewohnheiten forderten einige Länder für Ladestationen im privaten Bereich einen Shutter als Berührungsschutz nach IP XXD. Um den Gewohnheiten in den Ländern mit Shutter-Forderung nachzukommen, entwickelte Mennekes ein »Add On« zum Typ 2. Dadurch entstand ein modulares System: Dort, wo ein erweiterter Berührungsschutz nach IP XXD gefordert wird, kommt die Typ2-Steckdose mit Shutter zum Einsatz.

Lösung für ganz Europa
Ladesteckdosen vom Typ 2 mit und ohne Shutter sind uneingeschränkt kompatibel. Sie erfüllen somit die Wünsche aller Marktteilnehmer in ganz Europa, sind robust und bieten bei Bedarf auch einen erhöhten Berührungsschutz. Der Verbraucher kann sein Fahrzeug an allen Ladestationen mit einem einzigen Ladekabel aufladen.

Diese Mennekes-Entwicklung überzeugte nun auch die EU-Kommission: In dem am 24. Januar dieses Jahres veröffentlichten Richtlinien-Vorschlag wurde der von Mennekes entwickelte Typ2-Ladestecker als Standard für ganz Europa empfohlen. Der Vorschlag ist dabei Teil eines Gesetzentwurfs zu einer weitreichenden EU-Kraftstoffstrategie, der jetzt in den europäischen Gremien behandelt werden muss.

Verschiedene Ladekonzept

Für die Ladung der Fahrzeugakkus wurden unterschiedliche Konzepte entwickelt. Die Wechselstromladung (AC-Ladung) hat sich derweil als Standard-Ladeart etabliert. Wechselstromladung ist mit relativ geringen Investitionen möglich. Aus diesem Grund hat diese Ladeart auch langfristig eine Zukunft. Ladestationen für Gleichstromladung (DC-Ladung) ermöglichen zwar die höchsten Ladeströme, erfordern jedoch sehr hohe Investitionen in die Ladeinfrastruktur. Die Induktionsladung erfolgt dagegen kontaktlos über Induk-tionsschleifen. Dieses System ist jedoch noch nicht marktreif. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit des Batteriewechsels. Diese lässt sich allerdings für den Massenmarkt nicht sinnvoll realisieren, da dies standardisierte Akkus eingebaut an standardisierten Stellen in allen Fahrzeugen voraussetzen würde.

Programm für alle Einsatzbereiche
Bereits heute gibt es Ladestationen für jeden Bedarf. Für zu Hause bieten die Hersteller eine breite Palette vom einfachen Ladeanschluss bis zum komfortablen Home Charger. Für den halb-öffentlichen Bereich gibt es Wand-Ladestationen und Ladesäulen mit unterschiedlichen Komfortmerkmalen, Autorisierungs- und Kommunikationsmöglichkeiten bis hin zu anschlussfertigen Komplettsystemen mit Ladestationen, Vernetzungs- und IT-Komponenten. Die Autorisierungsmöglichkeiten reichen vom Schlüsselschalter über RFID-Karten bis zur Handy-Autorisierung per SMS.

So findet jeder das Angebot, das zu seinen individuellen Ansprüchen passt. Unter www.dieladestation.de werden anschaulich die verschiedenen Einsatzbereiche im privaten und halb-öffentlichen sowie öffentlichen Bereich mit dem jeweiligen Bedarf an Ladestationen aufgezeigt.

Burkhard Rarbach,
Leiter Unternehmenskommunikation bei Mennekes Elektrotechnik in Kirchhundem


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