Rauchwarnmelder

Tipps für die Anschaffung und Installation

26. April 2017, 11:43 Uhr | Peter Wintermayr
Lupus Rauchmelder
Smarte Rauchmelder schützen Leben
© Lupus

Smarte Rauchwarnmelder schützen nicht nur die vier Wände, sondern auch das Leben. Doch was gilt es bei der Anschaffung und der Anbringung zu berücksichtigen? Ein Feuerwehrmann gibt Tipps.

Alle zwei Minuten brennt es irgendwo in Deutschland, aus diesem Grund gilt seit dem 1. Januar 2017 in den meisten Bundesländern eine allgemeine Rauchmelderpflicht. Viele Verbraucher greifen daher aktuell zum »Baumarkt-Rauchmelder«, sicherlich aus gutem Grund: Die meisten Produkte sind erschwinglich und retten Leben, wenn es drauf ankommt. Was passiert aber, wenn niemand zu Hause ist? Hört dann auch jemand den Rauchmelder-Alarm einer vor sich hin schwelenden Brandgefahr? In den meisten Fällen leider nicht, der Alarm wird nicht oder zu spät bemerkt und der Brand verursacht großen materiellen und oft auch ideellen Schaden. Der Berufsfeuerwehrmann Olav Ludwig, der seit über 28 Jahren als Berufsfeuerwehrmann in Berlin tätig ist, gibt im Interview Tipps, was es bei der Anschaffung und Anbringung von Rauchmeldern zu beachten gilt.

Was sind die Methoden zum Brandschutz, die jeder schnell und einfach umsetzen kann?

Um einen entstandenen Brand sofort selbst zu löschen, sollte man unbedingt eine Löschdecke und einen Feuerlöscher griffbereit haben.  Den schlimmsten Fehler, den man machen kann, ist das Fenster zu öffnen. Die meisten Brände entstehen, ohne dass man es mitbekommt, entweder weil man schläft, nicht im Raum oder schlichtweg unterwegs ist. Ohne zusätzliche Hilfsmittel kann das schnell tödlich enden. Daher sind Rauchmelder unverzichtbar. Die meisten Rauchmelder schlagen sofort Alarm, sobald ihre Sensoren Rauch wahrnehmen.

Welche Merkmale sollte ein guter Rauchmelder mit sich bringen?

Drei Dinge kennzeichnen einen guten Rauchmelder aus: Erstens: Er lässt sich mit allen anderen Rauchmeldern im Haus verbinden. So ist sichergestellt, dass man beispielsweise den Alarm im Keller mitbekommt, obwohl sich der Brand auf dem Dachboden entwickelt. Zweitens: Der Rauchmelder springt nicht nur bei Rauchentwicklung an, sondern auch bei unsichtbaren Gefahren, wie der Anstieg von Kohlenmonoxid in der Luft – denn das kann mitunter noch schneller tödlich enden, als ein Brand. Drittens: Ein guter Rauchmelder macht zureichend Lärm. Leider gibt es viele Baumarkt-Rauchmelder, die nur mit einer Frequenz zwischen 3 bis 4 kHz Alarm schlagen. Das mag tagsüber funktionieren. Tatsächlich reicht es aber nicht immer aus, um Menschen aus einem tiefen Schlaf zu wecken – vor allem Kinder reagieren im Schlaf häufig nicht darauf. Im Idealfall ist der Rauchmelder Teil eines Smart Homes oder einer elektronischen Alarmanlage. Das verstärkt den Ton des Rauchmelders zusätzlich. Damit auf einen Rauchmelder im Ernstfall Verlass ist, sollte er außerdem selbstständig den Zustand der Batterien melden und den Eigentümer darauf aufmerksam machen, wenn ein Austausch der Batterien notwendig ist.

Was sollte man beim Kauf eines Rauchmelders beachten? Was sollte man bei der Anbringung beachten?

Natürlich erfüllen auch günstige Rauchmelder ihren Job, aber, auch hier gilt, Qualität hat ihren Preis. Etwas teurere Rauchmelder kommen meist auch mit umfangreicheren Funktionen daher. So gibt es beispielsweise Rauchmelder, die, sobald ein Brand ausgebrochen ist, eine Mitteilung an das Smartphone seines Besitzers senden. So kann man, sollte man nicht zuhause sein, dennoch sofort reagieren und die Feuerwehr alarmieren. Eine tolle Funktion, die dafür sorgen kann, den eigenen Besitz so schnell es geht, vor der drohenden Zerstörung zu schützen. Noch besser sind Rauchmelder, die in ein Smart Home System eingebunden sind, welches sich zusätzlich an eine Notrufzentrale koppeln lässt. Sonnt man sich beispielsweise im Urlaub am Strand, während das Smartphone im Hotel liegt, ist trotzdem gewährleistet, dass auf einen ausgelösten Alarm reagiert wird.

Was die Anbringung betrifft, so gibt es für jedes Bundesland unterschiedliche Vorschriften. Es sollte jedoch in jedem Aufenthaltsraum ein Melder installiert werden. Der Rauchmelder sollte mittig im Raum installiert sein, so dass der Rauch bzw. die Veränderung der Luft, egal aus welcher Richtung, schnell erkannt wird.

Haben Sie in der Vergangenheit Erfahrungsberichte sammeln können, die belegen, dass Brandschutzmaßnahmen oder Helfer zur Brand-Früherkennung, wie beispielsweise Rauchmelder, das Ausmaß von Bränden wesentlich mildern können?

Ja, ich mache den Job nun schon seit über 28 Jahren und ich kann ohne zu zögern bestätigen, dass Rauchmelder unerlässlich sind, wenn es darum geht, frühzeitig Brände zu erkennen und schnellstmöglich zu bekämpfen. Dadurch können sowohl Menschenleben gerettet, als auch das vollständige Ausbrennen der Wohnung oder eines Hauses verhindert werden. Die Einführung der allgemeinen Rauchmelderpflicht in vielen Bundesländern seit Anfang des Jahres ist ein sehr guter Schritt. Jetzt kommt es nur noch darauf an, dass die richtigen Rauchmelder vorschriftsmäßig angebracht werden. In Berlin bedeutet das beispielsweise die Installation mindestens in Aufenthaltsräume (ausgenommen Küchen) und Fluren, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen.

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