Elektromobilität

Was man bei Hitze beachten sollte

30. August 2022, 11:23 Uhr | Sabine Narloch
Elektroauto beim Aufladen, Fotolia, Nischaporn
© Fotolia, Nischaporn

Jeder hat seine persönliche Wohlfühltemperatur – das ist offensichtlich auch bei Elektrofahrzeugen so. Einige Erkenntnisse dazu, wie sich die Hitze auf deren Reichweite auswirken kann und ob die hohen Sommertemperaturen noch weitere Auswirkungen auf die E-Gefährte haben.

Das Auto im Schatten zu parken, wenn es draußen um die 30 Grad hat, das machen viele schon aus dem Grund, um als FahrerIn nicht in ein aufgeheiztes Auto steigen zu müssen. Doch bei einem Elektrofahrzeug kann hier noch ein weiterer Aspekt hinzukommen, wie Klaus Böckers, Vice President Nordics Central and Eastern Europe bei Geotab, erklärt. Denn wenn sich das Auto aufheizt, muss für die Batteriekühlung mehr Energie aufgebracht werden. Diese lasse sich somit einsparen und stehe dann für zusätzliche Reichweite zur Verfügung.

Die optimale Reichweite würden Elektroautos laut Böckers bei 21,5 Grad erreichen, bei Werten darüber beginne sie zu sinken. Bei Hitze empfiehlt er längere und häufigere Ladestopps einzuplanen. So werde die maximale Ladeleistung bei hohen Temperaturen durch das System beschränkt, um die Batterie nicht zu überlasten. Auf Schnellladen sollte möglichst verzichtet werden. Auch würden die meisten Batterien in heißen Umgebungen bereits bei einem Ladestand von 80 Prozent ihre optimale Leistung zeigen. Der Tipp von Böckers ist es somit, die Batterien nicht ganz vollzuladen.

Vermieden werden sollte auch abruptes Beschleunigen und Bremsen. Das gelte insbesondere bei heißen Temperaturen. Böckers erläutert, dass die kurzfristige starke Belastung die Batterie rasch erhitze. Das könne zu einem erhöhten Energieverbrauch führen, da die Batterie heruntergekühlt und kühl gehalten werden müsse.

Auch die Klimaanlage im Auto habe einen Einfluss auf den Energieverbrauch. Sie sorge für den größten zusätzlichen Verbrauch im Fahrzeug. Wer es kühler haben möchte, sollte die Klimaanlage nicht auf das Minimum einstellen, sondern eine etwas wärmere Temperatur wählen.

Andere elektrische Verbraucher wie Innenraumbeleuchtung, Radio, Navigationssystem oder das Laden über USB sollten ebenfalls sparsam eingesetzt werden, betont Böckers. Und je weniger Gewicht im Auto mitfahre, desto besser. Daher sollten unnötige Gegenstände im Fahrzeug von Zeit zu Zeit aus dem Wagen geräumt werden.

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Erhöhte Brandgefahr im Sommer?

Eine erhöhte Brandgefahr bei sommerlichen Temperaturen bestehe laut Böckers jedoch nicht. Selbst bei einer Außentemperatur von 60 Grad wäre demnach keine erhöhte Brandgefahr durch die Batterien zu befürchten. Dies sei einerseits auf den Umstand zurückzuführen, dass die Batterien so verbaut seien, dass sie keiner direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Zum anderen komme ein Temperaturmanagementsystem zum Einsatz, quasi eine Klimaanlage für die Batterie. Sollte doch Überhitzung drohen, sorge dieses laut Böckers für die Abschaltung, bevor kritische Temperaturen erreicht werden.

Zuerst erschienen auf funkschau.de


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