Zeitreise 1971

Im Genderwahn

7. Dezember 2018, 12:51 Uhr | Cornelia Meier
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2017 wurde erstmals der »Der Goldene Zaunpfahl« verliehen. Der Negativpreis geht an Produkte, die »Mädchen als niedliche Prinzessinnen und Jungen als abenteuerlustige Piraten« pauschalisieren. Ein Anwärter wäre sicher auch das »Elektro-Werkzeug für Jungen«, über das elektrobörse im 1971 berichtete.

Die Robert Bosch GmbH hat ein Elektro-Werkzeug für Jungen in seinem Fertigungsprogramm, das Bosch Combi-»Junior«. Die kleine elektrische Bohrmaschine, die als Antriebsmaschine für das gesamte Programm dient, ist im Gebrauch völlig ungefährlich, da sie mit harmlosen 12 bis 16 W am Trafo der Spielzeug-Eisenbahnen betrieben werden kann. Außerdem ist sie noch vollisoliert. Das Interessante ist an dieser Bohrmaschine, daß sie gleichzeitig als Lehrgerät dient: die eine Seite ist nämlich mit einem Klarsichtgehäuse versehen, so daß der Junge die Technik seiner Bohrmaschine auch bei der Arbeit beobachten kann. Damit es noch besser begreiflich wird, ist die Combi-»Junior«-Maschine auch zerlegt zu kaufen, und zwar als Selberbaukasten. Dabei ist das Konstruktions-Prinzip der Maschine klar zu erkennen und wird verständlich gemacht.

Ausschnitt Elektro-Börse, 1971
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Die kleine Maschine hat einen Bohrfutterspannbereich von 0,5 bis 6 mm Durchmesser und eine Bohrleistung im Stahl bis 6 Millimeter. Die Leistungsaufnahme beträgt zirka 16 W und die Abgabe zirka 8 W. Die Leerlaufdrehzahl zirka 900 Umdrehungen pro Minute, bei Volllast zirka 400 U/min. Der Baukasten enthält drei Spiralbohrer, einen Schleifstift und eine Raspel. Als Zubehör gab es gleich einen Schleifzusatz mit Gummiteller und Schleifblättern verschiedener Körnungen, der mit Hilfe eines neuen Aufspannbockes zur stationären Schleifvorrichtung wird. Dieser Aufspannbock ist die Grundausstattung für alle stationären Vorsatzgeräte, die 1971 auf der Spielwarenmesse vorgestellt wurden. Die Bohrmaschine wird in ihm mit einer Flügelschraube eingespannt. Der Aufspannbock selbst ist mit einer Schraubzwinge auf dem Tisch befestigt.

Und es gab auch den Ausbausatz Laubsäge und den Ausbausatz Bandschleifgerät. Die Laubsäge eignet sich für Holz- und Kunststoffarbeiten beispielsweise zum Spanten- und Rippensägen beim Flugmodellbau, während das Bandschleifgerät zum Schleifen von flächigen Teilen, zum Kantenbrechen, zum Feinschleifen und Nacharbeiten dient. Die Montage ist einfach gehalten, damit die Jungen keine Schwierigkeiten mit dem Zusammenbau der verschiedenen Geräte haben. Außerdem läßt sich an der Arbeit des Jung-Heimwerkers erkennen, ob er für die Beschäftigung eine besondere Begabung hat, die sich später beruflich nutzen läßt.

elektro-boerse, August 1971


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