ONE Smart Control und digitalStrom

»It‘s a match!«

12. Dezember 2018, 10:46 Uhr | Peter Wintermayr
Adrian Obrist und Bert de Haes von digitalStrom.
Adrian Obrist (li.) und Bert de Haes von digitalStrom.
© digitalSTROM

Bei digitalStrom hat sich viel getan. Zuerst der Wechsel im Management und dann der Zusammenschluss mit dem Unternehmen ONE Smart Control. Was sich die CEOs beider Unternehmen von der Zusammenlegung versprechen und wie es in Zukunft weiter geht, haben sie uns im exklusiven Doppelinterview erzählt.

Herr Obrist, Herr de Haes, ihre Firmen arbeiten bereits seit einigen Jahren eng zusammen. War der Zusammenschluss die logische Fortführung dieser Zusammenarbeit?

Adrian Obrist: Ich würde den Zusammenschluss vor allem als sinnvoll und konsequent bezeichnen. Beide Unternehmen passen sehr gut zusammen und ergänzen sich optimal – sowohl Produkt- als auch Marktseitig. Wir legen damit den Grundstein für den erfolgreichen Ausbau und die Weiterentwicklung unseres Unternehmens sowie unserer mehrfach ausgezeichneten Smart-Home-Plattform. Vor allem aber profitieren unsere Kunden und Partner von dem Zusammenschluss, weil dadurch neue Anwendungen, Produkte und Möglichkeiten entstehen.

Bert de Haes: Man kann wirklich sagen: »It‘s a match!«. Seit der Gründung von ONE Smart Control vor fünf Jahren setzen wir mit großem Erfolg auf die mehrfach ausgezeichnete Powerline-Technologie von digitalStrom. Gerade in großen Überbauungen und im Bereich »altersgerechtes Wohnen« sind wir damit in den vergangenen Jahren substanziell gewachsen. In Ergänzung mit unserer Expertise und unseren erfolgreichen Anwendungen im Bereich »Energiemonitoring/Energie-
effizienz« zeigt sich, warum der Zusammenschluss sinnvoll ist und die Erfolgsaussichten positiv sind.

 

Handelt es sich bei dem Deal eigentlich um eine Übernahme oder einen Zusammenschluss auf Augenhöhe?

Adrain Obrist: Bert und ich werden als gemeinsame CEOs ein Unternehmen führen, in das jeder Partner gleichberechtigt seine Expertise, Erfahrungen und Stärken einbringt. Ein Unternehmen, dessen technologische Grundlage die digitalStrom Powerline-Technologie ist und das auf der digitalStrom-Plattform aufbaut.

 

Was versprechen Sie sich jeweils von Ihrem Partner?

Bert de Haes: Durch den Zusammenschluss sichern wir uns den Zugriff auf die Powerline-Technologie von digitalStrom. Sie bildet die Grundlage für das Ziel, das wir gemeinsam erreichen wollen: Europas führender Anbieter im Smart-Home-Bereich zu werden – indem wir jedem das perfekte Smart Home bieten. Für jeden Anspruch und jedes Alter genauso wie für jede Immobilie – Neubau, Bestandsbau, Überbauung – und jeden Geldbeutel.

Adrian Obrist: digitalStrom ist seit jeher ein eher Technologie getriebenes Unternehmen, wohingegen ONE Smart Control stark Sales getrieben ist. Konkret heißt das, dass durch den Zusammenschluss die beiden Stärken miteinander vereint werden: die etablierte marktführende Position von digitalStrom im Technologiebereich mit der Vertriebsexzellenz von ONE Smart Control.

 

Bleiben die Marken »digitalStrom« und »ONE Smart Control« auch in Zukunft parallel bestehen?

Adrian Obrist: Die Frage stellt sich für uns glücklicherweise nicht so akut, weil wir in komplementären Märkten unterwegs sind. Das heißt, dass es aktuell keinen Markt gibt, in dem beide Marken präsent sind. Mittelfristig und im Zuge der weiteren Expansion werden wir das Thema aber sicherlich diskutieren.

Bert de Haes: Wer schon mal die Fusion zweier Marken begleitet hat, der weiß, mit welchem enormen Aufwand und Kosten so etwas verbunden ist. Das ist ja wesentlich mehr, als nur einen neuen Namen zu finden und ein neues Logo zu entwickeln. Für mich ist das die Kür. Wir beginnen aber lieber erst mal ganz klassisch mit der Pflicht: unsere Produkte und Anwendungsbereiche weiterzuentwickeln und unser Angebot noch attraktiver zu machen.

 

Sie beide fungieren als CEO-Doppelspitze. Sind Sie sich immer einig oder haben Sie den Aufgabenbereich aufgeteilt?

Adrian Obrist: Wir haben ein gemeinsames großes Ziel. Da bleibt keine Zeit für Unstimmigkeiten ...

Bert de Haes: ... und wenn wir uns über den Weg zum Ziel doch mal uneinig sein sollten, dann haben wir uns darauf verständigt, dass wir den Raum erst verlassen, wenn wir Einigkeit hergestellt haben.

 

Wird ONE Smart Control in die Schweiz ziehen oder den Hauptsitz weiterhin in Belgien haben?

Bert de Haes: Zunächst mal wird auch hier alles unverändert bleiben. Wir haben aber im Zuge des Zusammenschlusses einen internen Prozess begonnen, um u. a. auch diese Frage zu diskutieren.

Adrian Obrist: digitalStrom ist ein rundum digitales Unternehmen, das die Vorteile der Digitalisierung auch in der Zusammenarbeit nutzt. Wir bieten unseren Mitarbeiten zahlreiche attraktive und innovative Arbeitsmodelle. So haben wir zum Beispiel zahlreiche Mitarbeiter, die ihren Wohnort nicht am Hauptsitz des Unternehmens haben, was durchaus auch zum Erfolg unseres Unternehmens beiträgt.


 
Wird sich in Zukunft etwas an dem dreistufigen Vertriebsmodell beziehungsweise der Rolle des Elektrogroßhandels ändern?

Adrian Obrist: Das dreistufige Vertriebsmodell hat sich in der Vergangenheit gerade in Deutschland bewährt. Wir sind mit dem Elektrogroßhandel und den Elektrikern groß geworden und kontinuierlich gemeinsam gewachsen. Deshalb sehen wir aktuell keine Veranlassung, hieran etwas zu verändern.

Bert de Haes: Was aber nicht heißt, dass wir schon perfekt sind. Wenn wir weiter wachsen wollen, müssen wir uns ständig selbst überprüfen und immer bestrebt sein, besser zu werden. Das gilt natürlich auch für unsere Vertriebswege. Aber da jeder Markt anders ist, kann es auch kein einheitliches Vertriebsmodell geben. Wir müssen uns den Gegebenheiten der verschiedenen Märkte genauso anpassen, wie an die jeweiligen Bedürfnisse und Gewohnheiten der Kunden.


 
Was bedeutet dieser Zusammenschluss für die Installateure? Müssen sich beispielsweise die digitalStrom-qualifizierten Partner nachschulen lassen?

Adrian Obrist: Nein, eine Nachschulung ist für unsere digitalStrom Experts und Partner nicht erforderlich – weil sich die Technologie ja nicht verändert.

Bert de Haes: Die Installation und Inbetriebnahme wird einfacher.

 

Was sind die nächsten Schritte und Aufgaben, die jetzt angegangen werden müssen?

Bert de Haes: Wir stehen ja noch ganz am Anfang unseres Zusammenschlusses. Nachdem wir die Informationsphase jetzt abgeschlossen haben, sind wir aktuell dabei, den Integrationsprozess aufzusetzen und zu starten.

Adrian Obrist: Entscheidend für den Erfolg ist eine gemeinsame, transparente Vision und Strategie. Beide Unternehmen haben ihren Job diesbezüglich bisher sehr gut gemacht. Jetzt kommt es darauf an, dass wir die Vorteile, die durch den Zusammenschluss entstehen, klar und transparent erklären und erlebbar machen – sowohl gegenüber unseren Mitarbeitern als auch gegenüber unseren Partnern. Wenn uns das gelingt, können wir zum internationalen Smart-Home-Standard werden.

 

Herr Obrist, Herr de Haes, vielen Dank für das Gespräch.


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