DQR

Einheitliches Qualifikationsniveau für Berufsbildung geschaffen

7. Februar 2013, 15:10 Uhr | Pamela Schröder
Handwerkspräsident Otto Kentzler: »Deutschland braucht nicht nur Dichter und Denker.«
Handwerkspräsident Otto Kentzler: »Deutschland braucht nicht nur Dichter und Denker.«
© ZDH

Der Weg für die Einführung des DQR, Deutschen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen, ist frei.

Spitzenvertreter von Bund, Ländern und Sozialpartnern haben sich auf einen Kompromiss verständigt. Danach sollen die allgemeinbildenden Schulabschlüsse zunächst dem Rahmen nicht zugeordnet werden; zweijährige berufliche Erstausbildungen werden auf Niveau 3 und drei- und dreieinhalbjährige Erstausbildungen auf Niveau 4 eingestuft. Schon zuvor bestand zwischen Bund, Ländern und Sozialpartnern Einigkeit, auf Niveau 6 die Abschlüsse Bachelor und Meister gleichwertig zu verorten.

 »Das ist ein starkes Signal, dass tertiäre Bildungswege nicht nur über die Hochschule, sondern auch über die berufliche Bildung möglich sind«, wertet Handwerkspräsident Otto Kentzler die nach langem Ringen zustande gekommene Vereinbarung. Nach Kentzlers Worten sollen EQR (Europäischer QR) und DQR für die Unternehmen Informationsinstrumente sein. Die Arbeitsmarktrelevanz von Qualifikationen im europäischen Kontext werde auf einen Blick deutlich. Die Zuordnung einer Qualifikation zu einer Niveaustufe des EQR bzw. DQR biete künftig eine wichtige Erstinformation über das Vermögen eines Bewerbers – unabhängig von dem Bildungssystem und dem Lernort, an dem die Qualifikation erworben worden ist. Das erleichtere die Suche nach geeignetem Personal auch über Landesgrenzen hinweg. Die verbesserte Transparenz von Qualifikationen auf dem europäischen Arbeitsmarkt komme ebenso den Bewerbern zugute.

Bei der Erarbeitung des DQR habe die Wirtschaft die Gleichwertigkeit von beruflicher und allgemeiner Bildung betont. Es sei vor allem mit der Kultusministerkonferenz (KMK) eine intensive Diskussion über die Wertigkeit der dualen Berufsausbildung im Verhältnis zu allgemeinbildenden Abschlüssen geführt worden. Ferner sei die duale Ausbildung ein Standortvorteil und trage zur Leistungsfähigkeit und Innovationskraft der deutschen Wirtschaft entscheidend bei. Nun sei im Konsens aller Beteiligten eine angemessene, zugleich aber auch fachlich fundierte Verortung der dualen Ausbildungsberufe gefunden. Das ist laut Kentzler eine wesentliche Voraussetzung für eine breite Akzeptanz des DQR bei den Unternehmen, ihren Mitarbeitern, Auszubildenden und Ausbildern. Das gilt auch für die Festschreibung der Gleichwertigkeit zwischen dem Bachelor und hochwertigen beruflichen Weiterbildungsprofilen, insbesondere der Meisterqualifikation. Das ist ein starkes Signal an die Gesellschaft, dass tertiäre Bildungswege nicht nur über die Hochschule, sondern auch über die Berufsbildung möglich sind.